„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Stichwahl - Kandidatenvergleich

Positionen der Kandidaten

Die beiden Stadtmagazine AHA - alles halle und Zachow - Ihr Magazin haben in Ihren Juniausgaben Fragen an die OB-Kandidaten und deren Antworten veröffentlicht. Die Fragen für die Stadtmagazine stellten Katharina Lorenz und Ariane Keller.

Dank der freundliche Erlaubnis der beiden Magazine können wir hier die Positionen der Kandidaten zu den Themen Verkehr, Sport, Kultur und Wirtschaft veröffentlichen.

AHA - Alles Halle
Zachow

Dr. Bernd Wiegand

Wir haben in der Innenstadt einen ausgewogenen Mix. Dabei sollte es bleiben, das sieht auch der Stadtrat so. Eine autofreie Innenstadt widerspricht zudem den gewerblichen Interessen vieler Geschäftsleute.

Verkehr

Was halten Sie von dem Vorschlag einer "autofreien Innenstadt"?

Bernhard Bönisch

Gar nichts.

Ziel muss es sein, den Radverkehrsanteil in unserer Stadt zu erhöhen. Dazu muss das Radwegenetz weiter ausgebaut werden, insbesondere der Saale-Radwanderweg. Durch eine bessere Ausschilderung sollen Besucher leichter von der Saale in die Innenstadt mit ihren touristischen Zielen gelangen.

Verfügt Halle über ausreichend ausgebaute Radwege?

Nein, leider nicht.

Dr. Bernd Wiegand

Mit Hilfe eines Stadtentwicklungskonzeptes und eines Sportprogramms. Letzteres schafft die Grundlage für eine umfassende Bedarfsanalyse im Sport und setzt Prioritäten. Mit dem Bau einer Ballsporthalle wird sich die Situation entspannen.

Sport

Hallenser treiben gern Sport. Doch es mangelt an Sporthallen und Trainingsplätzen. Wie wollen Sie das ändern?

Bernhard Bönisch

Als so sehr groß sehe ich, quantitativ, den Mangel an Sportstätten nicht an, qualitativ leider schon. Wir müssen dringend weiter sanieren, nichts mehr abreißen.

Die Stadt braucht zunächst Klarheit über ihr Vermögen und ihre Schulden. Auf dieser Grundlage steht als nächstes Sport-Projekt eine Ballsporthalle an. In einem städtischen Sportprogramm sollte darüber hinaus über weitere Prioritäten entschieden werden.

Unsere Basketballerinnen und Eishockeyspieler spielen derzeit sehr erfolgreich. Aber ihre zum Teil maroden und zu kleinen Sportstätten stehen in keinem Vergleich. Was schlagen Sie vor?

Ballsporthalle bauen (ich bin sehr unglücklich, dass ich keinen anderen Standort durchsetzen konnte; ein Rasenplatz des FC Halle-Neustadt ist keine gute Lösung).Volksbank-Arena sanieren (Neubau wünschenswert, aber nur möglich, wenn das Land kräftig hilft).

Dr. Bernd Wiegand

Ein einheitlicher Ansprechpartner in der Verwaltung, der Bürger, Vereine und Initiativen mit Ideen berät und unterstützt sowie eine Richtlinie für die Förderung, Qualifizierung, Fortbildung und Anerkennung ehrenamtlich Tätiger machen den Anfang.

Kultur

Ehrenamtliches Engagement der Bürger wird als selbstverständlich angesehen. Wie lautet Ihr Vorschlag zur künftig besseren Unterstützung?

Bernhard Bönisch

Die Frage finde ich unglücklich formuliert. Es gibt gute Strukturen für ehrenamtliches Bürgerengagement (Vereine, Bürgerstiftung, Freiwilligenagentur...); die gilt es weiterhin zu unterstützen. Wir sollten gemeinsam nach neuen Formen der Anerkennung dieser Arbeit suchen.

Ich will die kreativen Kräfte in unserer Stadt fördern. Dazu müssen unter anderem Antragsverfahren innerhalb der Verwaltung beschleunigt werden, um Flächen wie das Gasometer und das Areal am Holzplatz nutzen zu können.

Wie wollen Sie Alternativ- und Jugendkultur sowie freie Kulturangebote unterstützen?

Möglichst auch finanziell. Mindestens: bei guten Projekten Räumlichkeiten anbieten. Vernetzung mit städtischen Einrichtungen befördern.

Dr. Bernd Wiegand

In einem optimierten Dienstleistungszentrum "Wirtschaft" sind die Stärken und Schwächen dieser Flächen genau zu bewerten; erst dann kann die Stadt eine sachgerechte Entscheidung darüber treffen. Speziell der Star Park sollte als Fläche für Wirtschaftsunternehmen weiter vorgehalten werden.

Wirtschaft

Wie stehen Sie zu den millionenschweren Investitionen wie für das Gewerbegebiet Halle-Ost ("StarPark"), das bisher kaum von Unternehmen genutzt wird.

Bernhard Bönisch

Ersten Ansiedlungen werden bald weitere folgen; die Fläche ist sehr attraktiv, und es gibt immer weniger vergleichbare Standorte. Ich halte die Investition für richtig.

Um die Attraktivität der Innenstadt zu stärken, müssen dort unter anderem hochwertige Waren, Restaurants, Galerien und Veranstaltungen angeboten werden. Wir brauchen bessere Parkmöglichkeiten und ein optimiertes Leitsystem. Brachflächen müssen dringend bebaut oder zumindest belebt werden.

Wie kann man den Handel in Halles Innenstadt stärken, damit diese für junge Menschen und Familien attraktiver wird?

Das kann man als Stadt am ehesten dadurch, dass die Innenstadt attraktiver gestaltet und die Erreichbarkeit verbessert wird. Die Zusammenarbeit von Citygemeinschaft, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung muss deutlich verstärkt werden (z.B. Citymanager gemeinsam etablieren und verlässlich finanzieren).

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