„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Positionen

Positionen der Kandidaten

Die beiden Stadtmagazine AHA - alles halle und Zachow - Ihr Magazin haben in Ihren Juniausgaben Fragen an die OB-Kandidaten und deren Antworten veröffentlicht. Die Fragen für die Stadtmagazine stellten Katharina Lorenz und Ariane Keller.

Dank der freundliche Erlaubnis der beiden Magazine können wir hier die Positionen der Kandidaten zu den Themen Verkehr, Sport, Kultur und Wirtschaft veröffentlichen.

AHA - Alles Halle
Zachow

Themen

Sie finden auf dieser Seite Aussagen der Kandidaten zur Wahl des Oberbürgermeisters zu folgenden Themen:

Verkehr

  Was halten Sie von dem Vorschlag einer "autofreien Innenstadt"? Verfügt Halle über ausreichend ausgebaute Radwege?
Christian Kunze
Piraten
Nichts. Die Innenstadt ist schon zu Teilen nur von Anliegern zu befahren, und alle Shoppingstraßen sind ja jetzt schon autofrei. Ich als Radfahrer muss sagen: Nein. Deshalb will ich die Ratsbeschlüsse zum Thema Fahrrad und Fußgängerwege, nach Jahren der Nichtumsetzung, durchführen, z.B. den Beschluss von 1995, "anteilig zu dem Radverkehrsanteil Mittel des Verkehrshaushaltes für die Förderung des Radverkehrs bereitzustellen".
Oliver Paulsen
BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN
Eine autofreie Innenstadt, gerade wenn sie wie in Halle sehr eng und verwinkelt ist, bietet Aufenthaltsqualität und lädt zum Verweilen und Einkaufen ein. Da wir aber auch den Lieferverkehr und die Belange der AnwohnerInnen berücksichtigen müssen, ist das Ziel einer autoarmen Innenstadt realistischer. Es geht mir nicht nur um (mehr) Radwege, sondern grundsätzlich um die Möglichkeit, als Radfahrer gleichberechtigt am Verkehr teilnehmen zu können. Hier sind die Bedingungen in Halle an zu vielen Stellen unzureichend.
Swen Knöchel
Die Linke
Ich möchte eine autoarme Innenstadt mit einem leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr. Innerhalb des Altstadtringes sollte Autoverkehr weitestgehend vermieden werden. Nein. Es fehlen Radwege, die vorhandenen sind zum Teil in einem bedauerlichen Zustand. Auch die Benutzung der Straßen ist manchmal nur eine schmerzhafte Alternative. Deshalb gilt es bei allen Baumaßnahmen, den Radverkehr stärker zu beachten.
Dr. Bernd Wiegand
parteilos
Wir haben in der Innenstadt einen ausgewogenen Mix. Dabei sollte es bleiben, das sieht auch der Stadtrat so. Eine autofreie Innenstadt widerspricht zudem den gewerblichen Interessen vieler Geschäftsleute. Ziel muss es sein, den Radverkehrsanteil in unserer Stadt zu erhöhen. Dazu muss das Radwegenetz weiter ausgebaut werden, insbesondere der Saale-Radwanderweg. Durch eine bessere Ausschilderung sollen Besucher leichter von der Saale in die Innenstadt mit ihren touristischen Zielen gelangen.
Kay Senius
SPD
Eine autofreie Innenstadt kann ich mir nicht vorstellen. Für möglich halte ich es, in der Altstadt eine einheitliche Begrenzung auf 20 km/h durchzusetzen. Das würde an vielen Stellen die Sicherheit, insbesondere der Fußgänger, verbessern. Nein. Dabei stören mich vor allem zwei Dinge. Einerseits die Lücken im freizeitorientierten Netz, andererseits die teilweise schadhaften und unsicheren Radwege im Innenstadtbereich. Zwei Wege favorisiere ich: Neben grundhaften Sanierungen können schon einfache Maßnahmen wie die Neugestaltung der Einbahnstraßenregelung Fortschritt bringen.
Bernhard Bönisch
CDU
Gar nichts. Nein, leider nicht.
Antje Schwarz
parteilos
Definition Innenstadt? Aber eher nicht so viel. Nein, die enden immer irgendwo.
Ingolf Schöppe
parteilos
Im inneren Altstadtbereich, der eingegrenzt wird durch Waisenhausring, Hansering, Universitätsring, Robert-Franz-Ring, Knoten 46 und Francke-Platz, ist das Parkleitsystem so auszubauen, dass ausreichend Parkplätze für Kurz- u. Dauerparker bereit gestellt werden. Im Altstadtkernbereich, wo die mittelständischen Unternehmen mit ihren Geschäften und Märkten für ein lebhaftes Geschäftstreiben sorgen, sind punktional Liefer- u. Verkehrsströme zu organisieren. Es gibt verschiedene Verkehrskonzeptionen, die weiter nachhaltig fortzuführen sind, um auf der einen Seite ein gemeinsames Miteinander von Radfahrern, Fußgängern und Kfz-Verkehre zu ermöglichen und andererseits weitere für die Kundenströme attraktive Parkmöglichkeiten zu schaffen, die für unsere Belebung der Innenstadt sorgen (Tiefgaragenkonzept). Bei Ausbau und Sanierung von Straßen sind die Anordnung von Radwegen oder gemischten Verkehrswegen weiter zu prüfen und in die Wegekonzeption einzubinden.
Andreas Karl
(NPD)
Nichts! Nein. Das Konzept des nichtmotorisierten Individualverkehrs muss weiter entwickelt werden. Nur so kann man Menschen dazu bringen, das Auto freiwillig stehen zu lassen und Halle in Sachen Lebensqualität weiter nach vorne bringen.

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Sport

  Hallenser treiben gern Sport. Doch es mangelt an Sporthallen und Trainingsplätzen. Wie wollen Sie das ändern? Unsere Basketballerinnen und Eishockeyspieler spielen derzeit sehr erfolgreich. Aber ihre zum Teil maroden und zu kleinen Sportstätten stehen in keinem Vergleich. Was schlagen Sie vor?
Christian Kunze
Piraten
Ein bessere Verfügbarkeit und Auslastung von bestehenden Sportstätten ist zu organisieren und anzustreben. Zum Beispiel könnten mehr Schulsporthallen nach dem Unterricht genutzt werden. Die Sporthalle in der Burgstraße wird den Bedürfnissen der "Lions" nicht gerecht. Als OB kann man sich für Fördergelder einsetzen, um eine neue Halle zu bauen oder eine bestehende zu sanieren. Leider lässt es der Haushalt nicht zu, etwas zu versprechen, was ich nach der Wahl nicht halten kann. Die Lage beim Eishockeyteam ist mir leider unbekannt.
Oliver Paulsen
BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN
Wir müssen die Qualität im Bestand sichern bzw. wiederherstellen und alle sanierten Schulturnhallen für Vereine nutzbar machen. In naher Zukunft wird ein Neubau insbesondere von Sporthallen wohl nicht möglich sein. In den letzten Jahren sind viele (z.T. fragwürdige bzw. überzogene) Investitionen in Großprojekte des Leistungssports getätigt worden, während Einrichtungen des Breiten-, Freizeit- und Schulsports in sehr schlechtem Zustand sind. Da für den ganzen Bedarf das Geld nicht reichen wird, müssen wir jetzt Schwerpunkte setzen.
Swen Knöchel
Die Linke
Ich sehe diesen Mangel nicht, gleichwohl sind viele Sportanlagen in keinem guten Zustand. Ich möchte gemeinsam mit den Sportvereinen nach Förder- und Finanzierungs- möglichkeiten für die notwendigen Sanierungen suchen. Für die Schulturnhallen wäre das EU-Förderprogramm STARK III eine Chance, sie sollen auch weiter und mehr für den Vereins- und Freizeitsport zur Verfügung stehen. Die Ballsporthalle kommt, es wird Zeit. Die einzige Eissporthalle im Land ist dringend sanierungsbedürftig. Um Betriebskosten zu sparen, wäre ein Neubau wünschenswert. Ich will eine Eissporthalle in Halle, also wird ist es meine Aufgabe, nach Förder- und Finanzierungs- möglichkeiten zu suchen.
Dr. Bernd Wiegand
parteilos
Mit Hilfe eines Stadtentwicklungskonzeptes und eines Sportprogramms. Letzteres schafft die Grundlage für eine umfassende Bedarfsanalyse im Sport und setzt Prioritäten. Mit dem Bau einer Ballsporthalle wird sich die Situation entspannen. Die Stadt braucht zunächst Klarheit über ihr Vermögen und ihre Schulden. Auf dieser Grundlage steht als nächstes Sport-Projekt eine Ballsporthalle an. In einem städtischen Sportprogramm sollte darüber hinaus über weitere Prioritäten entschieden werden.
Kay Senius
SPD
Für den Spitzensport in Halle haben sich von einigen Ausnahmen wie zum Beispiel einer geeigneten Ballsporthalle abgesehen, die Bedingungen verbessert. Für mich steht daher in den nächsten Jahren vor allem der Breiten- und Gesundheitssport im Mittelpunkt. Zunächst möchte ich sowohl im Norden, Süden, Osten und Westen der Stadt eine Sporthalle, die ganztägig dem Breitensport zur Verfügung steht. Den Bedarf für den Neubau einer neuen Ballsport- sowie Eissporthalle sehe ich durchaus. Dafür brauchen wir aber ein gutes Finanzierungskonzept, für das alle Beteiligten gemeinsam eintreten. Nur so wird aus dem Wunsch Realität. Denn kein Landesverwaltungsamt würde uns eine solche Investition bei unserer Haushaltssituation sonst genehmigen.
Bernhard Bönisch
CDU
Als so sehr groß sehe ich, quantitativ, den Mangel an Sportstätten nicht an, qualitativ leider schon. Wir müssen dringend weiter sanieren, nichts mehr abreißen. Ballsporthalle bauen (ich bin sehr unglücklich, dass ich keinen anderen Standort durchsetzen konnte; ein Rasenplatz des FC Halle-Neustadt ist keine gute Lösung).Volksbank-Arena sanieren (Neubau wünschenswert, aber nur möglich, wenn das Land kräftig hilft).
Antje Schwarz
parteilos
Auch einzelne Hallenser sollten sich Sportvereinen anschließen und deren Möglichkeiten nutzen. Zunächst steht die Frage: Wer könnte als Sponsor fungieren und was bekommen wir zusammen? Dann die Frage: Welche kostengünstigeren Möglichkeiten, außer Neubau neuer Zentren, gibt es?
Ingolf Schöppe
parteilos
Das Wichtigste ist, dass wir den Breiten- u. Leistungssport bereits im Kindesalter fördern. Hier sind wir auf die Initiative der vielen Vereine angewiesen, die ich im Rahmen meiner Verantwortung als Oberbürgermeister unterstützen werde. Leer stehende und ungenutzte Turnhallen sowie Sportstätten sollten geprüft werden, in wie weit neue Nutzungskonzepte den Breiten- u. Leistungssport unterstützen. Dabei müssen wir natürlich der wirtschaftlichen Situation Rechnung tragen. So wäre auch darüber nachzudenken, zwischen den Firmen und Vereinen Partnerschaften herauszubilden, die es unseren Einwohnern ermöglichen, ihre Talente zu entfalten. Ich werde den Leistungssport als eines der wichtigsten Präsentationsschwerpunkte im Rahmen meiner Tätigkeit unterstützen und auch hier nach Wegen suchen, wie Kommune und Sponsoren das gemeinsame Ziel des Ausbaues und der Förderung des Leistungssportes in unserer Stadt nachhaltig entwickeln.
Andreas Karl
NPD
Ich habe mich mit diesem Thema noch nicht abschließend auseinander gesetzt. Es ist aber sicher nicht so, dass alle hierfür in Frage kommenden Einrichtungen wie Sporthallen, Schwimmbäder oder Trainingsanlagen rund um die Uhr in Benutzung sind. Hier scheitert eine effektive Nutzung zu oft an starren Regeln oder personalabhängigen Öffnungszeiten. Wenn man will, kann man hier sicher vieles verbessern und für sporttreibende Menschen freundlicher gestalten. Viele Sportler würden sicher auch selber zu Werkzeug, Baumaterial und Farbe greifen, wenn man Ihnen diese Dinge zur Verfügung stellt. Ich bezweifle, dass dies schon einmal versucht worden ist.

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Kultur

  Ehrenamtliches Engagement der Bürger wird als selbstverständlich angesehen. Wie lautet Ihr Vorschlag zur künftig besseren Unterstützung? Wie wollen Sie Alternativ- und Jugendkultur sowie freie Kulturangebote unterstützen?
Christian Kunze
Piraten
Es ist erstaunlich, dass ein so reiches Land wie Deutschland so auf das Ehrenamt angewiesen ist. Ich unterstütze jede Form des ehrenamtlichen Engagements und werde als OB immer ein Ohr für die Vereine und Organisationen haben, die sich gesellschaftlich einsetzen. Es ist auch wichtig, dass der nächste OB den Einsatz der vielen Hallenser nach außen kommuniziert und auch vermittelt, dass es nicht selbstverständlich ist, sich ehrenamtlich einzubringen. Indem man kleine Projekte unterstützt. Ziel ist es nicht nur, die großen Kultureinrichtungen mit Millionenbeträgen zu fördern. Wichtig für alternative Projekte ist, dass man mit Örtlichkeiten und finanzieller Unterstützung hilft. Denn bei manchen Projekten kann man schon mit kleinen Beträgen den freiwilligen Organisatoren unter die Arme greifen.
Oliver Paulsen
BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN
Zum einen muss die Infrastruktur erhalten bleiben, in der ein Engagement möglich ist – die Stadt darf daher die Förderung von Initiativen, Verbänden und Vereinen nicht weiter kürzen. Zum anderen brauchen wir eine offene Verwaltung, die die Beteiligung und Einbindung der BürgerInnen nicht als störend und lästig empfindet, sondern mit Unterstützung und Informationen Engagement erfolgreich und befriedigend macht. In diesem Bereich muss in der Stadt viel mehr passieren: Wir dürfen die Projektfördermittel nicht weiter kürzen und müssen sie breiter streuen. Insbesondere das Kulturbüro muss personelle Unterstützung und Beratung geben (z.B. bei der Suche nach Proberäumen für Bands).
Swen Knöchel
Die Linke
Menschen, die sich für Andere, für kulturelle oder soziale Projekte einsetzen, braucht unsere Stadt. Ich denke, Halle unterstützt die Projekte am besten, in dem dafür Räume bereitgestellt, Öffentlichkeit hergestellt, und das Engagement auch anerkannt wird. Als Oberbürgermeister möchte ich Wegbegleiter ehrenamtlicher Arbeit sein. Für die Ideen engagierter Menschen kann die Stadt Räume bereitstellen und vielseitige (auch nicht in Geld bestehende) Unterstützung leisten. Ich werde dem Stadtrat vorschlagen, einen Teil der Kulturfördermittel als Projektförderung zu vergeben, so können wir einen Wettbewerb der besten Ideen organisieren.
Dr. Bernd Wiegand
parteilos
Ein einheitlicher Ansprechpartner in der Verwaltung, der Bürger, Vereine und Initiativen mit Ideen berät und unterstützt sowie eine Richtlinie für die Förderung, Qualifizierung, Fortbildung und Anerkennung ehrenamtlich Tätiger machen den Anfang. Ich will die kreativen Kräfte in unserer Stadt fördern. Dazu müssen unter anderem Antragsverfahren innerhalb der Verwaltung beschleunigt werden, um Flächen wie das Gasometer und das Areal am Holzplatz nutzen zu können.
Kay Senius
SPD
Ehrenamtliche Arbeit ist für die Stadt unverzichtbar und Chefsache, daher soll es eine Kooperationsstelle mit direktem Zugang zum OB geben. Die Stadtverwaltung sollte dabei hinsichtlich eines ehrenamtlichen Engagements mit gutem Beispiel vorangehen. Aber es gibt auch ganz einfache Dinge: Als Oberbürgermeister sollte ich immer wieder Danke für dieses Engagement sagen. Das werde ich tun! Mein Handeln basiert auf Bürgerbeteiligung, diese Bereiche leben davon. Ich werde ein Gelände für "Freilufttanzveranstaltungen" ausweisen. Mir liegen der Erhalt des Kinder- und Jugendtheaterangebots und die bessere Koordination des museums- und theaterpädagogischen Angebots am Herzen. Viel lässt sich bewegen, wenn wir die kreativen Köpfe öfter "zusammenstecken".
Bernhard Bönisch
CDU
Die Frage finde ich unglücklich formuliert. Es gibt gute Strukturen für ehrenamtliches Bürgerengagement (Vereine, Bürgerstiftung, Freiwilligen- agentur...); die gilt es weiterhin zu unterstützen. Wir sollten gemeinsam nach neuen Formen der Anerkennung dieser Arbeit suchen. Möglichst auch finanziell. Mindestens: bei guten Projekten Räumlichkeiten anbieten. Vernetzung mit städtischen Einrichtungen befördern.
Antje Schwarz
parteilos
Mehr Anerkennung z.B. durch Freikarten. Durch Nutzung der Erfahrungen der ehrenamtlichen "Jungen Alten". Zusammenarbeit mit Musikschule und Hochschule für Kunst und Design.
Ingolf Schöppe
parteilos
Ohne ehrenamtliches Engagement, welches es noch breiter zu gestalten gilt, geht es in unserer Stadt nicht. Das kulturelle Leben ist auf eine noch breitere Basis bis hin in die einzelnen Wohngebiete zu unterstützen. Durch mehr Veranstaltungen von Straßenfesten und Kulturtagen sollen Einwohner noch stärkeres Interesse an Theater und bezahlbaren Kulturveranstaltungen entwickeln.
Ich werde mich bemühen, unsere Künstler in dieser Richtung zu unterstützen.
Andreas Karl
NPD
Ich werde mich dafür einsetzen, dass die ehrenamtliche Arbeit - und zwar insbesondere im sozialen Sektor - zukünftig eine permanente Stimme im Stadtrat erhält. Es ist meiner Meinung nach besonders wichtig, sozial und ehrenamtlich engagierten Menschen mehr politisches Mitspracherecht zu geben. Halle hat derzeit mehr als 500 Millionen Euro Schulden. Ein kleiner, aber nicht unerheblicher Teil dieser Summe ist vermutlich auch zustande gekommen, weil die Stadt Geld in Projekte gesteckt hat, die gerne als "alternativ" bezeichnet werden, aber letztlich meist nichts anderes sind als Brutstätten der Kriminalität, des Drogenkonsums und ähnlicher Dinge. Die Bezeichnung "Freie Kulturangebote" ist mir zu unpräzise. Gegebenenfalls muss hier von "Angebot" zu "Angebot" entschieden werden.

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Wirtschaft

  Wie stehen Sie zu den millionenschweren Investitionen wie für das Gewerbegebiet Halle-Ost ("StarPark"), das bisher kaum von Unternehmen genutzt wird. Wie kann man den Handel in Halles Innenstadt stärken, damit diese für junge Menschen und Familien attraktiver wird?
Christian Kunze
Piraten
Ein gutes Beispiel für Fehlplanungen und Missmanagement. Man sieht, dass "gut gemeint" das Gegenteil von gut ist. Die vielen Millionen Euro hätten an anderer Stelle in Halle besser eingesetzt werden können. Zum Beispiel hätte man viele kaputte Nebenstraßen sanieren können. Es entsteht bald ein neuer Kindergarten in der Innenstadt, das ist ein erster Schritt in Richtung Kinder- und Arbeitsfreundlichkeit. Vielleicht könnte man auch noch einen Kinder- und Jugendspielpark in der Innenstadt errichten. Aber leider fehlt mir da noch der Einblick.
Oliver Paulsen
BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN
Die Stadt hat an dieser Stelle 100 Millionen Euro versenkt in dem Glauben, damit den Großinvestor anlocken zu können, der omnipotent Steuern und Arbeitsplätze bringt. Nicht die großen Infrastrukturprojekte sorgen für die notwendige guten Rahmenbedingungen für Neugründungen und mittel- ständische Unternehmen, sondern gezielte Unterstützung zum Beispiel im Forschungs- und Wissenschaftsbereich sowie attraktive Angebote und Lebensbedingungen für die benötigten gut qualifizierten Arbeitskräfte. Die Innenstadt darf durch Einkaufszentren am Stadtrand und auf der Grünen Wiese nicht weiter geschwächt werden, Planungen für ein Einkaufszentrum auf dem Hermes-Areal lehne ich ab. Außerdem brauchen wir mehr Grün und mehr Bänke sowie eine bessere Erreichbarkeit durch Fahrrad und ÖPNV.
Swen Knöchel
Die Linke
Das Gewerbegebiet Star Park hätte ich so nicht entwickelt, nun ist es da und wir müssen das Beste daraus machen und auch wählerisch sein, welchen Investor wir dort ansiedeln. Dafür sollten wir uns die notwendige Zeit nehmen. Im Übrigen stehe ich für eine Entwicklung unserer Altindustriebrachen und für die Ansiedlung von Neugründungen. Wir brauchen einen halleschen Weg für die Wirtschaftsförderung. Die Innenstadt ist kein Einkaufszentrum auf der grünen Wiese und es wäre ein Fehler, diesen Maßstab an sie anzulegen. Innenstädte sind attraktiv, wenn sie eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und vor allem Aufenthaltsqualität bieten. Hier kann die Stadt einiges tun, insbesondere in der Umfeldgestaltung.
Dr. Bernd Wiegand
parteilos
In einem optimierten Dienstleistungszentrum "Wirtschaft" sind die Stärken und Schwächen dieser Flächen genau zu bewerten; erst dann kann die Stadt eine sachgerechte Entscheidung darüber treffen. Speziell der Star Park sollte als Fläche für Wirtschaftsunternehmen weiter vorgehalten werden. Um die Attraktivität der Innenstadt zu stärken, müssen dort unter anderem hochwertige Waren, Restaurants, Galerien und Veranstaltungen angeboten werden. Wir brauchen bessere Parkmöglichkeiten und ein optimiertes Leitsystem. Brachflächen müssen dringend bebaut oder zumindest belebt werden.
Kay Senius
SPD
Halle braucht unter anderem auch Gewerbegebiete, wenn wir die wirtschaftliche Situation vor Ort verbessern wollen. Vor allem brauchen wir dabei mehr gemeinsames Handeln mit dem Umland. Der Star Park ist ein Beispiel dafür. Ich werde gemeinsam mit dem Saalekreis genau diese Kooperation konzeptionell und praktisch weiter entwickeln, damit wir letztlich zu mehr Ansiedlungen, nicht nur im Star Park, kommen. Das zieht Arbeitsplätze und Steuereinnahmen nach sich, die wir dringend brauchen. Neben einer guten infrastrukturellen Anbindung brauchen wir mehr Grün und Plätze zum Verweilen in der Stadt. Den Marktplatz habe ich dabei besonders im Auge. Was den Handel angeht: Eine Stärkung in der Innenstadt kann besonders durch wirtschaftsfreundliches Handeln der Verwaltung vorangetrieben werden.
Bernhard Bönisch
CDU
Ersten Ansiedlungen werden bald weitere folgen; die Fläche ist sehr attraktiv, und es gibt immer weniger vergleichbare Standorte. Ich halte die Investition für richtig. Das kann man als Stadt am ehesten dadurch, dass die Innenstadt attraktiver gestaltet und die Erreichbarkeit verbessert wird. Die Zusammenarbeit von Citygemeinschaft, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung muss deutlich verstärkt werden (z.B. Citymanager gemeinsam etablieren und verlässlich finanzieren).
Antje Schwarz
parteilos
Hierzu fehlen mir die detaillierten Angaben. Kostenlose oder kostenreduzierte Parkzeiten. Attraktive Anbieter.
Ingolf Schöppe
parteilos
Der Gewerbepark Halle-Ost ("Starpark") wäre meiner Meinung nach nicht notwendig gewesen, da wir im Osten unserer Stadt, als auch in Halle-Neustadt, derartige Flächen mit guter Infrastruktur zur Verfügung haben.
Nun ist dieser aber da und wir müssen alles dafür tun (Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing), dass unsere Stadt ein guter Wirtschaftsstandort im mitteldeutschen Raum ist.
Einzelhandelskonzepte, Gaststättenkonzepte sowie Verkaufssortimente müssen besser aufeinander abgestimmt werden, so dass unsere Stadt eine besondere Attraktivität erfährt, wo eine innerstädtische Ansiedlung für produzierende Gewerbeeinheiten interessant wird.
Andreas Karl
NPD
Es ist ein "blühender" Ausdruck für die verfehlte Wirtschaftsförderung der Stadt und ich werde mich nachhaltig um die Beantwortung der Frage bemühen, wer hier hierfür die Verantwortung trägt und wer hier trotz der absehbaren Fehlinvestitionen alles mitverdient hat. In dem man nicht nur auf Grossisten setzt, die ausschließlich ihre in China produzierte Billigware an den Käufer bringen wollen und die sofort die Segel streichen, wenn der Gewinn unter ein gewisses Niveau sinkt. Man muss Menschen entgegen gehen, die interessante Angebote bereit halten, welche auf der Grünen Wiese nicht zu finden sind.

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