„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Interview Andreas Karl (NPD)

Zum Wahlkampf

Andreas Karl

Läuft der Wahlkampf aus Ihrer Sicht, die Ergebnisse der Umfrage des MDRs zugrunde gelegt, wie erwartet? Ist der Wahlkampf in Halle ein Personen- oder Parteienwahlkampf?

Der MDR lebt von den Zwangsabgaben der Bürger, bedingt durch den politischen Willen der Herrschenden. Damit ist der MDR ein Regierungssender, egal, welche Partei(en) am Magdeburger Domplatz grad das Sagen hat/haben. Ich halte also nichts von den Umfragen des MDR, weil sie stets der Wählerbeeinflussung zu Ungunsten der NPD dienen. Zugeben muss ich allerdings, dass der MDR meinen Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters in Halle nicht tot schweigt.

Unabhängig davon läuft mein Wahlkampf optimal. Ich habe ein hervorragendes Team, welches unter "Team" nicht "Toll, Ein Anderer Macht's" versteht. Der gesamte Landesverband unterstützt mich und die Resonanz, die ich durch die Hallenserinnen und Hallenser erfahre, ist mehr als nur weiterer Ansporn. Natürlich gibt es auch ein paar verhetzte "Nazi-Schreier". Doch die Menschen mit positiver bzw. konstruktiver Kritik oder auch Zustimmung zu meinen Positionen überwiegen.

Ist der Wahlkampf in Halle ein Personen- oder Parteienwahlkampf?

Ein Wahlkampf, an dem die NPD beteiligt ist, ist immer ein Parteienwahlkampf. Dafür sorgen schon die Parteien!

Zur Stadt

Welcher der bisherigen Oberbürgermeister der Stadt Halle hat seine Arbeit aus Ihrer Sicht bisher am besten gemacht?

Johannes Weidemann! Das erwarten Sie doch jetzt als Antwort von mir, oder? Aber da muss ich Sie enttäuschen. Weidemann war nur ein reiner Sachverwalter, der in Halle wenig Leistungsspuren hinterlassen hat.

Und warum?

Nein, Gustav Staude war ein Bürgermeister, an dem man sich orientieren kann. In keiner anderen Epoche hat Halle eine derart rasante Entwicklung erfahren, wie in dem runden viertel Jahrhundert von Staudes Amtszeit vor rund 100 Jahren. Für mich hat er nur eine Fehlentscheidung getroffen, nämlich in Halle eine Straßenbahn mit Meterspur - statt mit Normalspur - zu bauen. Aber vielleicht ging das aus baulichen Gründen nicht anders.

Wie beurteilen Sie die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt und wo kann man diese noch verbessern?

Halle punktet meiner Meinung nach zu wenig mit seiner großen geschichtlichen Vergangenheit.

Die finanzielle Situation der Stadt erfordert große Einsparungen in den Ausgaben. An welchen Stellen darf aus Ihrer Sicht nicht gespart werden?

Wie bereits erwähnt, hat Halle mehr als eine halbe Milliarde Euro Schulden, und der Schuldenberg wächst Tag für Tag. Wenn wir unseren Kindern keine wirtschaftliche Wüste hinterlassen wollen, darf es beim Thema Sparen nur wenige Tabus geben. Beispielsweise wird es mit mir keine Einsparungen zu Lasten der öffentlichen Sicherheit geben. Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass viele Prozesse im öffentlichen Bereich effektiver gestaltet werden können als das bislang der Fall ist. Hier schlummern hohe Einsparpotenziale.

Wo bestehen Möglichkeiten, die Einnahmen zu erhöhen?

Meine Politik befasst sich erst an letzter Stelle mit "Einnahmeerhöhungen", denn diese gehen meistens zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger. Kommunen sind heute meist nicht mehr als "Bürger-Abzock-Vereine". Daher heißt meine Devise: Weniger ausgeben, und nicht mit allen Mitteln: Mehr einnehmen.

Zur Politik

Welche Ziele wollen Sie erreichen, wenn Sie in das Amt des Oberbürgermeisters gewählt werden?

Mein Ziel ist es, Halle zu einer lebenswerten Stadt weiter zu entwickeln, und zwar für alle die bereit und gewillt sind, selber daran mitzuwirken.

Welche Gründe haben Sie dazu bewogen, der NPD beizutreten?

Ich bin vor vielen Jahren in die NPD eingetreten, weil ich nicht mehr mit ansehen konnte, dass in diesem Land Politik für alles und jeden gemacht wird, nur nicht für die Menschen, die in Deutschland ihre Heimat haben.

Zu den Bürgern

Bleibt neben der kommenden politischen Arbeit, sollten Sie für das Amt gewählt werden, noch Zeit für die Anliegen der Bürger? Bürger können Sie auf elektronischem Weg (E-Mail, Facebook) nicht kontaktieren, gibt es dafür Gründe? Welche Möglichkeiten bieten Plattformen wie Facebook aus Ihrer Sicht für die Politik?

Diese Frage ist fast albern! Ich wohne derzeit in einem Dorf, gewissermaßen ganz weit draußen. Ich bin froh, wenn ich dort Fernsehempfang habe. Sie sehen selber, ich muss OB in Halle werden. Außerdem haben Sie mich ja auch erreicht. Doch im Ernst: Ich bin täglich in Halle im Einsatz, rede mit Menschen, verteile Flugblätter und hänge auch selber Plakate auf, weil ich glaube, dass meinen Unterstützern schuldig zu sein. Ich glaube kaum, dass das einer meiner parteigebundenen Mitbewerber von sich sagen kann. Nur darum läuft meine elektronische Kommunikation über die Pressestelle der NPD.

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