„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Interview: Marion Krischok - Die Linke

Marion Krischok - Die Linke

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

In Halle (Saale) bin ich geboren, ging hier zur Schule und habe hier studiert. Mit einem kurzen Abstecher nach dem Studium lebe ich schon immer in Halle (Saale).

Welche Ausbildung haben Sie?

Ich bin Diplomlehrerin für Physik und Mathematik sowie Informatikpädagogin.

Was ist Ihr Antrieb, politisch aktiv zu sein?

Der Wille an Veränderungen aktiv mitzuwirken für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit, sodass jede und jeder ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben führen kann.

Was glauben Sie, ist das dringendste Problem, das unser Bundesland heutzutage betrifft und wie kann es gelöst werden?

Das dringendste Problem ist für mich, die vorhandenen Arbeitsplätze zu erhalten sowie neue zu schaffen. Sozialversicherungspflichtige Arbeit von der jede und jeder leben und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Also keine Niedriglöhne, sondern einen Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro. Existenzgründungen sollten durch günstige Kredite sowie Technologie- und Gründerzentren unterstützt werden.

Wie beurteilen Sie die Aktion "Sachsen-Anhalt - Land der Frühaufsteher" und glauben Sie, dass diese Kampagne positive Effekte gehabt hat?

Na klar müssen in unserem Land viele sehr früh aufstehen, um als so genannte Pendler zur Arbeit zu fahren. Dieses als Slogan zu nutzen halte ich für ungeeignet.

Was kann man gegen die niedrige Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt machen?

Als Wichtigstes Transparenz der Politik, damit jede und jeder die Entscheidungen nachvollziehen kann. Außerdem mehr Mitwirkungsmöglichkeiten für alle BürgerInnen schaffen, z. B. beim Erhalt von kulturellen Einrichtungen oder bei der Haushaltsaufstellung.

Wie schätzen Sie wirtschaftliche Lage Sachsen-Anhalts ein?

Die Finanz- und Wirtschaftskrise heißt es, ist überwunden. Aber zu welchem Preis? Es entstanden befristete Arbeitsverhältnisse, sehr oft über Zeitarbeitsfirmen und mit Niedriglohn. Nur für die Hälfte der jungen Leute gibt es nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz in unserem Land.

Welches aktuell im Land laufende Projekt würden Sie gerne beschleunigt sehen und warum gerade dieses?

Die Sozialarbeiter an den Schulen sind für mich besonders wichtig. Die Kinder haben ein Recht auf gute Ausbildung und vollste Unterstützung. Sie gestalten in Zukunft unser Land.

Welches ist Ihr wichtigstes persönliches Ziel, das Sie umsetzen wollen, wenn Sie ein Mandat für den Landtag erhalten?

Änderungen in der Gemeindeordnung sind notwendig, um Bürgerrechte zu erweitern.

Hat sich Ihr Blick auf das bürgerliche Engagement nach den Ereignissen um den Bau des Stuttgarter Bahnhofes ("Stuttgart 21") geändert?

Geändert nicht, aber es bestärkt mich in meinem politischen Tun und ich finde es gut, wenn sich Menschen zusammenfinden, um ihre Interessen zu artikulieren.

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