„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Ute Haupt (DIE LINKE)

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Seit meiner Geburt... In Halle lebe ich seit 1981.

Auf welche Ausbildung blicken Sie zurück?

Ich habe einen Abschluss als Kindergärtnerin (Fachschule) und einen Abschluss als Diplomgesellschaftswissenschaftlerin.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Bereits in der Schule und im Studium habe ich mich engagiert, war in der Schulvertretung und in mehreren Funktionen im Jugendverband bis 1990 tätig. Das hat mich geprägt und bis heute motiviert, mich weiter zu engagieren. Mit 19 Jahren  bin ich Parteimitglied geworden. Seit 1990 bin ich Kommunalpolitikerin in Halle.

Was treibt Sie an?

Meine Motivation ist die Verbesserung von Lebensbedingungen für Menschen - für alle, unabhängig von Alter, sozialer Herkunft, Hautfarbe und Geschlecht. In der Kommunalpolitik  geht es um unmittelbare Angebote im Alltag. Das reizt mich und treibt mich an...

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Stadtratsmitglied vorgenommen?

Ich würde gemeinsam mit den MitstreiterInnen in meiner Fraktion alles versuchen, um unser Wahlprogramm zu erfüllen. Deshalb an dieser Stelle nur kurze Beispiele: Ich würde gern wieder - im Falle der Wahl - im Jugend- sowie Sozial-, Gesundheits- und Gleichstellungsausschuss an der Weiterentwicklung der Leistungen des Halle-Passes arbeiten, um vor allem Familien, die unfreiwillig von Transferleistungen leben müssen, den Zugang zur Kultur und Bildungseinrichtungen zu ermöglichen.

Soziokulturelle Begegnungsstätten sowie die Beratungs- und Hilfsangebote  in den unterschiedlichsten Stadtgebieten müssen bleiben, dafür würde ich mich einsetzen. Wichtig ist dabei für mich auch, dass wir es im Stadtrat schaffen, ein Sozialticket, so ähnlich wie in unserer Nachbarstadt Leipzig, einzurichten.

Inklusion soll in unserer Stadt gelebt werden, deshalb möchte ich auch in diesem Bereich mit kritischem Blick und Konsequenz auf noch nicht gelöste Problematiken aufmerksam machen und nach Lösungen suchen. Ich möchte dazu beitragen, dass sich der Stadtteil Silberhöhe, in dem ich auch selbst wohne und der Bestandteil meines Wahlkreises ist, weiterentwickeln kann und ein attraktiver Wohnort  vor allem für Familien wird bzw. bleiben kann.

Welche Perspektive und Rolle hat die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt?

Die Stadt Halle hat als sog. Oberzentrum in Sachsen-Anhalt eine zentrale Funktion sowie im mitteldeutschen Raum. Halle ist eine Stadt  der Studierenden, hat sich nicht zuletzt durch die Tradition der Händelfestspiele den Ruf der "heimlichen Kulturhauptstadt" erworben, hat eine interessante historische Bausubstanz, ist Stadt des Salzes und hat eine tolle Flora und Fauna, ist eine Stadt am Fluss  und hat  vor allem interessante BürgerInnen!  Genau in dieser Vielfalt liegt die Perspektive dieser Stadt. - diese Ressourcen zu nutzen und weiterzuentwickeln!

Und wie wollen Sie die Weiterentwicklung der Stadt unterstützen?

Als Linke haben wir bereits einige konzeptionelle Überlegungen in den Stadtrat gebracht, die wir durch Anträge etc. manifestiert haben. Unser Wahlprogramm gibt Antworten darauf, wie wir uns das Leben in unserer Stadt in der Perspektive vorstellen. Ich reihe mich dort ein. Besonders wichtig ist mir persönlich, dass wir viele BürgerInnen in diesen Prozess  einbeziehen. Die Stadt gehört uns allen! Das heißt eben auch BürgerInnen zu motivieren, Formen der direkten Demokratie wie z.B.  Bürgerbegehren, Vorschläge für den Bürgerhaushalt, Nutzung von Bürgersprechstunden und Anfragen im Stadtrat u.a.m. zu nutzen.

Was denken Sie über die von der Landesregierung geplanten Einschnitte im Bildungs- und Kulturbereich?

Sie sind aus meiner Sicht die falschen Signale für die Förderung der Potentiale unserer Stadt! Die Landespolitik hat hier versagt, weil sie es nicht fertig bringt, sich mit den VertreterInnen der Stadt gemeinsam an einen Tisch zu setzten und nach Lösungen zu suchen. Vorhandene Ressourcen der Stadt werden nicht genutzt, sondern verschenkt!

Wie sehen Sie die Zukunft Halle-Neustadts?

Positiv. Der Stadtteil wird von der Bevölkerung gut angenommen. Besonders gut gefällt mir das Stadtteilmanagement, weil  es gelingt, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen  mit ihren Interessen und kreativen Ideen zu vernetzen- darin liegt die Chance und Perspektive  für den Stadtteil!

Ich hoffe, dass es auch bald kreative Lösungen für die leer stehenden Scheiben gibt- das würde Halle-Neustadt aufwerten. Halle-Neustadt ist zunehmend  eine Stadt der jungen Familien, darum ist hier die Sicherung  entsprechender familienunterstützender Einrichtungen notwendig.

Zum Abschluss noch eine kleine Frage, der Sommer steht vor der Tür: Welches ist ihr Lieblingsplatz in Halle?

Es gibt viele... Einer davon ist die Aussichtsplattform am Hohen Ufer (Silberhöhe). Hier gibt es einen tollen Blick auf die Saaleaue!

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