„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Katharina Hintz (SPD)

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Schon immer, ich wurde 1976 in der Lutherstadt Wittenberg geboren.

Auf welche Ausbildung blicken Sie zurück?

Nach dem Abitur 1995 habe ich das Jurastudium in Halle aufgenommen. Dieses habe ich aber nicht abgeschlossen. Nach einer einjährigen Tätigkeit in der Verwaltung des Max-Planck-Institutes für Ethnologische Forschung habe ich 2003 bei der Bundesagentur für Arbeit begonnen und dort zunächst das Studium für Arbeitsförderung absolviert. Dieses habe ich 2006 als Diplomverwaltungswirtin (FH) abgeschlossen.

Danach habe ich zunächst als Arbeitsvermittlerin für Jugendliche unter 25 Jahre gearbeitet und bin seit 2010 Teamleiterin. Derzeit leite ich das Team für die alleinerziehenden Kundinnen und Kunden.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

In der SPD bin ich seit 1998 Mitglied. Nach vielen Diskussionen im Freundeskreis hatte ich mich damals mit zwei Freunden dazu entschieden. Wir kamen in unseren Gesprächen immer wieder bei den Positionen der SPD und somit war es die logische Konsequenz. In der Partei habe ich nach und nach verschiedene Ämter übernommen und auf Parteitagen Anträge vertreten.

Da mir die Stadt Halle nach und nach mehr zu meiner neuen Heimat wurde, war es für mich leicht, mich auch auf kommunaler Ebene zu engagieren. Bereits vor meiner Wahl in den Stadtrat 2009 war ich als sachkundige Einwohnerin im Sozialausschuss und konnte so etwas Stadtratsluft schnuppern. Als Stadträtin bin ich in den Ausschüssen für Finanzen und Wirtschaftsförderung.

Was treibt Sie an?

Als Stadträtin kann ich gestaltend tätig sein und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger ordentlich vertreten. Entscheidungen des Stadtrates wirken sich direkt auf die Stadt aus, so dass die Herausforderung darin besteht, auch im Gespräch mit allen Beteiligten das Für und Wider abzuwägen.

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Stadtratsmitglied vorgenommen?

Halle hat einen hohen Schuldenberg, den es abzutragen gilt. Dabei wird es auch eine große Herausforderung sein, bei den freiwilligen Leistungen nicht so kürzen zu müssen, dass das was unsere Stadt lebenswert macht eingespart wird.

Für mich weitere wichtigen Themen sind die Sanierung von Spielplätzen und die Schaffung von Kitaplätzen da wo sie benötigt werden.

Welche Perspektive und Rolle hat die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt?

Halle ist eines der Oberzentren in Sachsen-Anhalt. Die Stadt ist attraktiv für alle Altersklassen und gerade bei Studenten aus dem ganzen Land wird sie immer beliebter.

In den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Sport ist sie ein wichtiger Standtort in Sachsen-Anhalt. Durch eine engere Zusammenarbeit mit Leipzig, aber auch mit dem umliegenden Saalekreis kann Halle seine Perspektiven verbessern.

Und wie wollen Sie die Weiterentwicklung der Stadt unterstützen?

Eine wichtige Säule der Weiterentwicklung ist die aktive Netzwerkarbeit mit allen relevanten Akteuren in der Region, im Wirtschaftsraum, aber z.B. auch mit Land und Bund.

Der Stadtrat muss bei seinen Beschlüssen darauf achten, dass diese einer solchen Kooperation dienen oder die eigenenInitiativen (z.B. in der Stadtentwicklung) echte und wirksame Impulse darstellen, die einer positiven Entwicklung dienen. Da gibt es aus meiner Sicht noch viel zu viel Aktionismus ohne wirkliche Ergebnisse.

Was denken Sie über die von der Landesregierung geplanten Einschnitte im Bildungs- und Kulturbereich?

Ich halte die Art und Weise des Vorgehens bzw. die geäußerten Absichten mit Blick auf die weitere Entwicklung der Stadt für verheerend. So wie das bisher angepackt worden ist war "suboptimal", auch wenn wir gut haushalten und Ausgaben verringern müssen.

Die ganze Debatte hat uns als Stadt, aber auch dem Land, schon weit über unsere Grenzen hinaus, sehr geschadet. Ich hoffe sehr, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sich dieser Strategie erfolgreich entgegen stellen und die Politik zum Umdenken zwingen.

Wie sehen Sie die Zukunft Halle-Neustadts?

Der Stadtteil hat weiter Entwicklungspotential. In den letzten Jahren hat er sich verändert und durch die Anbindung mit der Straßenbahn ist Neustadt mit dem Rest von Halle gut zusammen gewachsen.

Aber es gibt auch noch viel zu tun, so wie in den anderen Stadtteilen auch. Mit den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum zeigt der Stadtteil viel Selbstbewußtsein hat.

Zum Abschluss noch eine kleine Frage, der Sommer steht vor der Tür: Welches ist ihr Lieblingsplatz in Halle?

Die kleinen Cafes der Innenstadt.

© 2004 – 2019 halle-waehlt.de