„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Hendrik Lange (DIE LINKE)

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Seit meiner Geburt. Früher hieß es aber Bezirk Halle.

Auf welche Ausbildung blicken Sie zurück?

Gerne auf meine Schulzeit und mit vielen schönen Erinnerungen auf mein Biologiestudium, dass ich 2005 erfolgreich abgeschlossen habe.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Ich habe mich schon früh für Politik interessiert. Während meines Studiums habe ich mich dann sehr stark an der Hochschule engagiert. Ich war in führenden Positionen im Studierendenrat und studentisches Mitglied im Senat.

So habe ich beispielsweise die Hochschulproteste 2001/02 und besonders die gegen die großen Kürzungen durch CDU und FDP in den Jahren 2003/04 wesentlich mit organisiert. In DIE LINKE (damals PDS) bin ich 2002 eingetreten.

Was treibt Sie an?

Der Wille, etwas Positives in der Gesellschaft zu bewirken.

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Stadtratsmitglied vorgenommen?

Ich möchte natürlich mein Engagement für Halle-Neustadt beibehalten, damit sich der bevölkerungsreichste Stadtteil gut weiterentwickelt. Zudem setze ich mich für eine kommunale Bildungslandschaft mit gut ausgestatteten barrierefreien Schulen und KiTas ein. Und die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und der Stadt soll sich verbessern. Die Entwicklung unserer Hochschulen und Forschungseinrichtungen habe ich sowohl als Stadtrat als auch als Landtagsabgeordneter im Blick.

Welche Perspektive und Rolle hat die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt?

Als Oberzentrum strahlt die Stadt in die gesamte Region aus. Natürlich durch die kulturellen Einrichtungen, aber auch durch die Infrastruktur. Und dafür Halle als Universitätsstadt eine strahlende Perspektive hat, streiten wir auf der Landesebene gegen die Kürzungen durch die Landesregierung. Ich denke, dass die beste Perspektive für Halle ein gut funktionierender Wissenschafts- und Technologiestandort ist.

Und wie wollen Sie die Weiterentwicklung der Stadt unterstützen?

Durch mein Engagement für die Stadt sicherlich. Als Stadt mit einer lebendigen Universität, einer Kunsthochschule und einer Musikhochschule haben wir ein unglaubliches Potential. Ich möchte erreichen, dass innovative und kreative Ideen in der Stadt umgesetzt werden können.

Was denken Sie über die von der Landesregierung geplanten Einschnitte im Bildungs- und Kulturbereich?

Ich halte sie für einen großen Fehler. Das wird nicht nur Halle als Stadt schwer treffen, sondern die ganze Region und das Land.

Wie sehen Sie die Zukunft Halle-Neustadts?

Ich lebe sehr gern in Halle-Neustadt und sehe auch die Zukunft positiv. Es ist der grünste Stadtteil, der auch von der Vielfalt seiner Einwohner profitieren kann. Die Wohnungsgesellschaften haben sich auf der einen Seite auf die älter werdende Bevölkerung eingestellt. Aber auch Projekte wie das BlockHouse der GWG sind gute Beispiele, wie man junge Leute nach Neustadt locken kann. Günstiger Wohnraum, der flexibel gestaltet werden kann.

Es ist im Prinzip alles da, was man zum alltäglichen Leben braucht - exzellente Nahversorgung, Ärzte und Dienstleistungen und eine sehr gute Verkehrsanbindung durch Bus und Straßenbahn. Zudem ist Neustadt voll von Kunst im öffentlichen Raum, die von der Stadt auch mehr vermarktet werden kann. Die Sportstätten, wie die neue Ballsporthalle und der Skaterpark ziehen Menschen aus der Region an. 

Wenn wir es jetzt noch schaffen, die Alltagskultur wieder stärker in der Neustadt zu verankern, so dass man auch gerne mal abends hier sein Bierchen trinkt, würde Halle-Neustadt als moderner Wohnort im Grünen noch attraktiver werden.

Zum Abschluss noch eine kleine Frage, der Sommer steht vor der Tür: Welches ist ihr Lieblingsplatz in Halle?

Der Park zwischen der Neustadt und Heide-Süd.

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