„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Hans-Dieter Wöllenweber (FDP)

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Ich bin 1941 in Breslau/Schlesien geboren, die Kriegs-und Nachkriegswirren haben mich 1947 nach Halle geführt, wo ich seitdem ununterbrochen wohne und lebe.

Auf welche Ausbildung blicken Sie zurück?

Grund- und Oberschule mit Abiturabschluss in den Franckeschen Stiftungen, heute Latina; Studium der Humanmedizin an der MLU Halle-Wittenberg, Staatsexamen 1965, Facharztausbildung zum FA für Chirurgie und FA für Unfallchirurgie und Orthopädie. 40 Jahre klinische Tätigkeit in Halle (MLU und St.Elisabeth-Krhs.)

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Kurz vor Ende meiner beruflichen Tätigkeit 2004 als Spät- und Seiteinsteiger in die Kommunalpolitik parteilos auf der FDP-Liste.  Nach Übernahme des Fraktionsvorsitzes 2006 Mitglied der FDP. Bisher 2 Wahlperioden.

Generelles Interesse an politischen Fragen, vorwiegend natürlich kommunales Geschehen.

Was treibt Sie an?

Halle ist meine Heimatstadt, mit der ich mich verbunden fühle, die ich liebe und die ich, trotz manch anderer Meinung, wunderschön finde. Für sie will ich mich weiterhin engagieren, - natürlich auch, um mein Rentnerleben sinnvoll und inhaltsreich zu gestalten.

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Stadtratsmitglied vorgenommen?

Sofern wir wieder in Fraktionsstärke vertreten sein sollten, möchte ich die Arbeit in dem Finanzausschuss und vor allem im Kulturausschuss fortsetzen. Hier liegen meine Stärken und meine längsten Erfahrungen.

Welche Perspektive und Rolle hat die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt?

Magdeburg als Landeshauptstadt wird leider immer mehr in den Fokus gerückt (siehe Universität, siehe Theater u.a.) Diesem Trend muss mit aller Macht entgegen gewirkt werden. Halle hat das Potential, nützt es aber noch zu wenig. Dazu gehört vor allem eine vernünftige Wirtschafts- und Wirtschaftsförderungspolitik auf verschiedensten Ebenen, auch sog. "weiche Faktoren" (z.B. Internationale Schule)

Und wie wollen Sie die Weiterentwicklung der Stadt unterstützen?

Keine weiteren Schulden zulasten der kommenden Generationen! Das bedeutet Haushaltsdisziplin im wirklichen Sinn, keine Verschiebung von Schulden in den Finanzplan o.ä. 

Konsequente Weiterführung des Personalabbaues der Verwaltung. Forderung nach Erfüllung des Konnexitätsprinzips seitens der Landesregierung, z.B. beim Kifög. Und vieles mehr.

Was denken Sie über die von der Landesregierung geplanten Einschnitte im Bildungs- und Kulturbereich?

Kultur ist Bildung, Bildung ist Kultur. Als Aufsichtsratmitglied der TOOH GmbH liegt mir die Kultur in Halle besonders am Herzen. Hier und besonders bei den Kindern zu sparen ist ein Frevel an den kommenden Generationen.

Kultur und Bildung sind Grundrechte und in Sachsen-Anhalt und damit auch in Halle "harte Wirtschaftsfaktoren". Diese Kürzungen machen Stadt und Land kaputt und berauben uns weiter der wichtigsten "Rohstoffquelle" der Zukunft, den klugen Köpfen!

Wie sehen Sie die Zukunft Halle-Neustadts?

Ha-Neu ist der größte Stadtteil und ein durchaus attraktives Wohnquartier. Bei weiterhin geschicktem Rückbau und Anpassung von Rekonstruktionen durch die agierenden Wohnungsgenossenschaften an zukünftige Anforderungen wird Ha-Neu eher an Attraktivität gewinnen als verlieren.

Zum Abschluss noch eine kleine Frage, der Sommer steht vor der Tür: Welches ist ihr Lieblingsplatz in Halle?

Curt Götz, der alte Spötter, schrieb über Halle: "Halle ist schön,   ---- doch!"

Mein Lieblingsplatz ist die "Bergschenke", hoch über der Saale mit Blick auf die Burg, und das bei Vollmond und Fliederblüte.... Ein Muss für jeden Besucher von mir, - leider z.Zt. kaum möglich. Aber dafür gibt es Stadträte......

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