„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Elisabeth Nagel (DIE LINKE)

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Seit 1995

Auf welche Ausbildung blicken Sie zurück?

Facharbeiter für Glastechnik mit Abitur, Studium Arbeitsökonomie an der KMU Leipzig, Berufsberaterin

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Irgendwann dachte ich, dass es nicht ausreichend ist, immer nur über etwas zu reden. Wenn ich etwas ändern möchte, muss ich mich einbringen.

Was treibt Sie an?

Zuerst die Neugier - ich möchte Zusammenhänge begreifen/ durchschauen und Neuem begegnen.

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Stadtratsmitglied vorgenommen?

Aus den letzten zwei Legislaturen bringe ich ja einiges an Erfahrungen mit, z.B. zum Haushalt und allem, was da so dranhängt (Personalbestand der Stadtverwaltung, Investitionen in Schulen und/oder Straßen, freiwillige soziale Aufgaben u.ä.). Diese Erfahrungen möchte ich natürlich wieder einbringen. Noch stärker beachten möchte ich zukünftig die Haushaltsdurchführung/ den Jahresabschluss der Stadt.

Welche Perspektive und Rolle hat die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt?

Egal, ob bevölkerungsreichste Stadt im Land oder nicht - Halle wird für das südliche Sachsen-Anhalt kulturelles Zentrum bleiben, wird für das Umland Ziel von Arzt-/Schul-/Theaterbesuchen sein. Und für eine älter werdende Bevölkerung ist eine Stadt attraktiv: kurze Wege, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden können.

Und wie wollen Sie die Weiterentwicklung der Stadt unterstützen?

Ich beschränke mich auf ein Beispiel: die Entwicklung des "Konzerns Stadt". Ich finde es wichtig und richtig, dass die Stadt ihre Beteiligungen als Einheit begreift und dieses einheitliche Handeln für die Stadt abfordert. Nur ist halt darauf zu achten, dass sich die Beteiligungen gleichermaßen einbringen, dass dies nicht zulasten der Beschäftigten geht, dass die Einwohner dieser Stadt möglichst gleich davon profitieren.

Was denken Sie über die von der Landesregierung geplanten Einschnitte im Bildungs- und Kulturbereich?

Halle hat nach der Wende seine ökonomische Basis so ziemlich eingebüßt und die bisherige Industrieansiedlungspolitik hat die gewünschten Erfolge gehabt. Was sich aber gut entwickelt hat, waren Kultur, Bildung, Wissenschaft. Wenn die Landesregierung jetzt hier spart, wird an der Zukunft einer ganzen Region gespart, ohne Alternativen aufzuzeigen.

Wie sehen Sie die Zukunft Halle-Neustadts?

Ganz grundsätzlich erst einmal positiv. Halle-Neustadt ist eine attraktive Wohngegend (geworden) - saniert, angebunden an den öffentlichen Nahverkehr, viel Grün. Gelingen muss es, in diesem Gebiet auch Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Hier kann die Stadt mit kluger Ansiedlungspolitik aktiv werden.

 

Und ein wichtiges psychologisches Moment ist die Existenz der Hochstraße-unabhängig von Verkehrszählungen, Meinungen zur Verkehrsentwicklung oder zu Chancen auf die Anerkennung eines UNESCO-Weltkulturerbes.

Zum Abschluss noch eine kleine Frage, der Sommer steht vor der Tür: Welches ist ihr Lieblingsplatz in Halle?

Zum Rumsitzen mein Balkon, zum Joggen der Thüringer Bahnhof, zum Eis essen der Marktplatz...

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