„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Christian Feigl (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Ich wurde in Halle geboren und habe mit kurzen Unterbrechungen immer hier gelebt.

Auf welche Ausbildung blicken Sie zurück?

Ich habe eine Lehre zum Großkesselschmied abgeschlossen.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Anfang der 80er bin ich als junger Mensch im Rahmen der offenen Kirchenarbeit/Junge Gemeinde mit gesellschaftspolitischen Fragen konfrontiert worden. Die Bewegung "Schwerter zu Pflugscharen" hat mich wesentlich sozialisiert.

1983 war ich Mitbegründer der Bürgerinitiative "Arbeitskreis Innenstadt", die sich mit Denkmalpflege im Kontext der Innerstädtischen Bautätigkeit kritisch auseinander gesetzt hat. 1989 habe ich das Thema in den Wendeprozess mit eingebracht und saß am "Runden Tisch der Stadt Halle" als Vertreter der Grünen Partei.

Was treibt Sie an?

Die Liebe zu meiner Stadt und die Erkenntnis, das es an jedem selbst ist, sich für seine Ideale und Ziele einzusetzen.

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Stadtratsmitglied vorgenommen?

Ich würde gern die erfolgreiche Arbeit der letzten Legislatur fortführen. Die Ziele für die Zukunft sind wohl hier bestens aufgeführt: Link zum Wahlprogramm (PDF).

Welche Perspektive und Rolle hat die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt?

Halle ist ein wichtiges Oberzentrum. Es ist die Kultur- und Wissenschaftsstadt. Diese Alleinstellungsmerkmale gilt es selbstbewusst dauerhaft zu sichern. Dazu bedarf es der Zusammenarbeit mit dem Umland und eines partnerschaftlichen Handelns mit den anderen Oberzentren Magdeburg und Dessau/Rosslau.

Und wie wollen Sie die Weiterentwicklung der Stadt unterstützen?

Ich werde mich weiter für meine Stadt und deren Bürgerinnen und Bürger einbringen. Mir liegt wesentlich daran, das kreative Potential der Hallenser und die vielfältigen Engagements zu befördern und in die politischen Handlungsfelder einzubinden.

Was denken Sie über die von der Landesregierung geplanten Einschnitte im Bildungs- und Kulturbereich?

Bildung  und Kultur sind nicht nur weiche Standortfaktoren, sie sind die Grundlage  für eine Weiterentwicklung der Bürgergesellschaft. Investitionen in diesen Bereich sind Investitionen in die Zukunft. Nur eine "gebildete" Gesellschaft wird in der Lage sein, zukünftige Herausforderungen zu meistern.

Die finanziellen Absicherung der Bildung und der Kultur halte ich für wichtiger, als z.B die in Verkehrsprojekte (Nordverlängerung der A14). Die aktuelle Prioritätensetzung der Landesregierung halte ich für fatal.

Wie sehen Sie die Zukunft Halle-Neustadts?

Halle-Neustadt wird auch in Zukunft ein wichtiger Stadtteil von Halle sein, mit wahrscheinlich 30-40 tausend Einwohnern. Es gilt dem Rechnung zu tragen. Halle-Neustadt braucht Investitionen in eine Infrastruktur, die der einseitigen Nutzung als Wohnstadt  entgegenwirkt: Urbanität durch Nutzungsmischung.

Baulich ist ein kreativer Umgang mit  den Stadtstrukturen, hier insbesondere mit der Mitte gefragt. Weder ideologisches Festhalten an der "DDR-Moderne" noch die Unterlassung von Investitionen (das Finanzamt hätte in den Hochhausscheiben besser untergebracht werden können) hilft dem Stadtteil weiter.

Zum Abschluss noch eine kleine Frage, der Sommer steht vor der Tür: Welches ist ihr Lieblingsplatz in Halle?

Ich habe mehrere : Das Wehr an der Südspitze der Rabeninsel, der Hufeisensee, der Freisitz am Peißnitzhaus, der Hof der Neuen Residenz, meine Küche...

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