„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Beate Fleischer (FDP)

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Ich bin in Halle 1963 geboren und lebe seit dieser Zeit in unserer Händelstadt.

Auf welche Ausbildung blicken Sie zurück?

Nach einem erfolgreichen Abiturabschluss absolvierte ich eine Lehre als Fachverkäuferin.

Danach studierte ich an der Handelshochschule in Leipzig und schloss mein Diplom mit dem Prädikat "sehr gut" ab.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Bereits mein Großvater war als kleiner Schneidermeister liberal eingestellt und deshalb auch Mitglied in der LDPD.

Nach der "Wende" erfüllte ich mir einen Traum und eröffnete ein Einzelhandelsgeschäft in der Innenstadt von Halle. Schnell merkte ich, dass man sich zusammenschließen muss, um die Interessenten des Mittelstandes umzusetzen und engagierte mich als stellvertretende Vorsitzende in der City-Gemeinschaft. Da dies nicht ausreichte, trat ich 2009 der FDP bei, denn hier sah und sehe ich die politische Heimat für die mittelständige Wirtschaft.

Heute bin ich Stadträtin für die FDP-Fraktion im Halleschen Stadtrat und Mitglied im Handelsausschuss der IHK. Weiterhin engagiere ich mich auch sozial im Lions Club Halle - August Hermann Francke, deren Präsidentin ich zurzeit bin.

Was treibt Sie an?

Der Wille etwas zu verändern und nicht nur zuzuschauen, etwas zu unternehmen für die mittelständischen Unternehmen.

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Stadtratsmitglied vorgenommen?

Ich möchte mich im Sinne der FDP noch stärker für den Handel und die Gastronomie sowie für die gesamte mittelständige Wirtschaft einsetzen. Da ich ja leider nur 1 Jahr im Stadtrat war, könnte ich in einer vollen Wahlperiode natürlich mehr bewegen!

Welche Perspektive und Rolle hat die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt?

Halle hat als Oberzentrum und größte Stadt in Sachsen Anhalt eine bedeutende Rolle.  Insbesondere als Industrie- sowie als Kunst- Kultur- und Wissenschaftstandort ist sie ein "Leuchtturm" in unsrem Land. Mit solch Pfunden wie der Leopoldina, dem Händelhaus, den Franckeschen Stiftungen, der Moritzburg usw. muss mehr gepunktet werden.

Nicht nur aus touristischer Sicht, nein auch die Wirtschaft wird sich in Halle weiterentwickeln. So wird die neue ICE-Strecke von Berlin nach München in Halle einen Halt bekommen und der größte Güterumschlagsplatz Mitteldeutschlands der Deutschen Bahn wird in Halle entstehen.

Dies sollen nur einige Beispiele dafür sein, dass sich unsere Händelstadt in den nächsten Jahren großen Herausforderungen stellen wird.

Und wie wollen Sie die Weiterentwicklung der Stadt unterstützen?

Mein Wahlspruch lautet:  mehr U(u)nternehmen für Halle!

Das heißt konkret, dass ich mich verstärkt einsetzen werde für die Erreichbarkeit der Innenstadt, für die Schaffung eines professionellen City-Managements, für neue Wirtschaftsansiedlungen, für Gewerbesteuersenkungen und für eine enge Zusammenarbeit mit den Bereichen der Stadt.

Dafür ist aber auch notwendig, alle Kräfte der Stadt zu bündeln und zusammenzuführen. Ich lade deshalb alle die etwas tun wollen für unsere Stadt mit mir/uns zusammenzuarbeiten.

Was denken Sie über die von der Landesregierung geplanten Einschnitte im Bildungs- und Kulturbereich?

Ich habe mich dazu bereits mehrfach öffentlich geäußert und auch engagiert. In gemeinsamen Veranstaltungen mit der Oper und dem Neuen Theater brachten wir als City-Gemeinschaft unseren Protest zum Ausdruck. Beim Bildungstreik der Uni habe ich vor den über 6.000 Studenten unter großem Beifall unsere Position dargelegt und beim "Jahrmarkt der Wissenschaft" leisteten wir umfangreiche logistische Unterstützung.

Ich werde auch weiterhin die Protestaktionen unserer Kultur- und Bildungsschaffenden tatkräftig unterstützen!

Wie sehen Sie die Zukunft Halle-Neustadts?

Ich sehe Halle und Halle-Neustadt als eine gemeinsame Stadt. Deshalb trenne ich auch nicht die Entwicklung bzw. Förderung beider Teile unserer gemeinsamen Stadt.

Ich selbst habe meine Kindheit und Schulzeit in Halle-Neustadt verbracht, habe hier mein Abitur gemacht und meinen Beruf als Fachverkäuferin erlernt. Ist Halle stark, ist auch Halle Neustadt stark und umgekehrt. Es gilt die vorhandenen Potentiale zu bündeln und zum Wohle unsrer Stadt einzusetzen!

Zum Abschluss noch eine kleine Frage, der Sommer steht vor der Tür: Welches ist ihr Lieblingsplatz in Halle?

Natürlich die Peißnitz (mit ihrem Peißnitzhaus). Hier kann ich mich bei schönem Wetter erholen und die Seele baumeln lassen.  Danach habe ich dann wieder Kraft für die weitere Arbeit in meinem Unternehmen und natürlich auch im Stadtrat.

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