„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Antje Schwarz (Freie Wähler)

Wie lange leben Sie schon in Sachsen-Anhalt?

Ich bin Hallenserin und lebe seit meiner Geburt in dieser meiner Stadt. Hier habe ich auch meinen Mann kennengelernt und meine Familie gegründet. Halle ist auch meine Stadt.

Auf welche Ausbildung blicken Sie zurück?

Nach meinem Abitur in den "Franckeschen Stiftungen" und gleichzeitiger Ausbildung zur Rinderzüchterin schloss sich mein Hochschulstudium Chemie an der TH Merseburg an. 

Ich bin von Beruf Diplom-Chemikerin. Später studierte ich Schutzrechte an der Humboldt- Universität Berlin. Nach der Wende machte ich meinen Abschluss als Versicherungskauffrau (IHK) und meinen Abschluss als Geprüfte Gutachterin für Haus- und Grundbewertung.

Auch eine Ausbildereignungsprüfung legte ich ab, um die Nachfolge auf meinem Gebiet abzusichern.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Schon seit der Schulzeit vertrete ich meine persönliche Meinung. Junge Gemeinde und West-Verwandtschaft 1. Grades waren meiner beruflichen Entwicklung in der DDR hinderlich - trotzdem hatte ich es bis in die Leitungsebenen geschafft. Stets war ich Mitglied der Evangelischen Kirche. Wir haben 1974 kirchlich geheiratet und unsere Kinder wurden getauft.

Seit Anfang der 80-er Jahre war ich Mitglied bei den Liberalen und habe mich für eine freiere DDR eingesetzt. Freudig habe ich als junge Mutter die Änderungen der Wendezeit begrüßt.

Seit 1990 bin ich als Elternvertreter und Elternkuratoriumsmitglied langjährig tätig gewesen.

Auch war ich Mitglied im Gemeindekirchenrat der Lutherkirche, in der ich auch z. Zt. noch als Chormitglied singe. Auch bin ich seit Anfang der 90-er Jahre Mitglied bei "Christen in der Wirtschaft" und setze mich für Gerechtigkeit im Wirtschaftsleben ein. 2012 kandidierte ich bei der OB-Wahl und seit 2013 sind die FREIEN WÄHLER meine politische Heimat.

Ich habe mich aktiv an Aktionen gegen Grundschulschließungen in Sachsen- Anhalt, an Aktionen gegen "Rechts" sowie für den Erhalt der kompletten medizinischen Fakultät beteiligt.

Was treibt Sie an?

Nachdem meine Töchter nun erwachsen sind, möchte ich meine Erfahrungen und Kenntnisse noch intensiver zum Nutzen unserer Stadt einbringen. Ich möchte, dass auch nachfolgende Generationen gern in dieser Stadt leben, dass Halle jetzt und in 20 Jahren (er-)lebenswert ist.

Wir wollen nachfolgenden Generationen keinen Schuldenberg hinterlassen, sondern wir wollen verantwortungsvoll mit den uns übergebenen Ressourcen umgehen.

Dennoch soll Halle nicht armgespart werden. Die Kultur ist ein Grundbedürfnis des Menschen, die es zu erhalten gilt.

Was haben Sie sich im Falle einer Wahl zum Stadtratsmitglied vorgenommen?

Halle für alle - anders und fair – das ist unser Vorsatz und dafür möchten wir in den Stadtrat.

Als Stadtrat der Stadt Halle setze ich mich ein 

  • Für mehr Bürgerbeteiligung
  • Für gerechte Entscheidungen
  • Für schnelle Maßnahmen gegen drohende Hochwasser 
  • Für eine intelligente Firmenansiedlungspolitik 
  • Für eine faire Auftragsvergabepolitik der Stadt 
  • Für eine bunte und (er-)lebenswerte Stadt 

Ich setze mich ein für eine faire und sachbezogene Politik, in der es nicht um Mehrheiten im Sinne von Parteizugehörigkeiten geht.

Die Bürger müssen in wichtige Entscheidungsfindungen auch über Bürgerentscheide einbezogen werden. 

Welche Perspektive und Rolle hat die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt?

Halle ist die größte  Stadt Sachsen-Anhalts und das soll auch in Zukunft so bleiben. 

Halle ist und bleibt die Stadt der Wissenschaften. 

Halle ist und bleibt die Stadt der Künste.

Halle soll eine wirtschaftlich starke Stadt mit selbstbewussten Bürgern werden, die nicht am Tropf der Landesregierung hängt.  

Und wie wollen Sie die Weiterentwicklung der Stadt unterstützen?

Ich werde meine volle Kraft und Kreativität für die Erreichung dieser Ziele einsetzen.

Was denken Sie über die von der Landesregierung geplanten Einschnitte im Bildungs- und Kulturbereich?

Sicher müssen gelegentlich Einschnitte gemacht werden, um Neues wachsen zu lassen. Dennoch müssen Regeln eingehalten werden. Wir müssen durch Firmenansiedlungen wirtschaftlich erstarken, um uns bisherige und neue Annehmlichkeiten zu leisten.

Wir wollen keine Stadt ohne erstklassiges Orchester, ohne Theater und ohne Konzerte werden. Wir wollen keine Stadt ohne Künstler werden. Wir wollen auch keine Stadt werden, die auf Kosten ihrer Kinder spart. Kurze und sichere Wege für unsere Kinder - gegen Grundschulschließungen. 

Wie sehen Sie die Zukunft Halle-Neustadts?

Halle- Neustadt - die einstige Chemiearbeiterstadt - darf nicht das Stiefkind der Stadt Halle sein. Eine gute Bevölkerungsmischung ist hier wichtig- ebenso wie die ständige Anpassung der strukturellen Gegebenheiten an die Struktur und die Bedürfnisse der Bevölkerung.

Zum Abschluss noch eine kleine Frage, der Sommer steht vor der Tür: Welches ist ihr Lieblingsplatz in Halle?

Neben unserem Garten ist mein Lieblingsplatz in Halle das Saaleufer - aber auch die Rabeninsel zum Umradeln und natürlich unsere Heide.

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