„Ein Bürger ist nicht, wer bloß in der Gesellschaft lebt, ein Bürger ist, wer sie ändert.” Augusto Boal

Interview Martin Bauersfeld (parteilos)

Ein Foto von Martin Bauersfeld
Martin Bauersfeld

Warum haben Sie sich für die Politik entschieden, was ist ihr Antrieb, politisch aktiv zu sein?

Seit meiner Jugend interessiere ich mich für Politik und Geschichte, deshalb ist für mich mein politisches Engagement nur ein logischer Schritt. 

Warum kandidieren Sie als Direktkandidat für den Bundestag?

Weil ich mich in Berlin für eine rationale, sachliche Politik, ohne Fraktionszwang und Parteiideologie, einsetzen will.

Welche Ziele haben Sie sich für den Fall gesetzt, dass Sie in den Bundestag einziehen?

Mehr direkte Demokratie, Rettung unserer Geldvermögen, d.h. Löhne und Gehälter, Renten, Sparguthaben vor dem Zugriff anderer Euro-Länder.

Welche Prozesse kann man als Mitglied des Bundestages für seinen Wahlkreis anstoßen?

Den Saaleausbau vollenden, um die Wirtschaft voranzubringen. Einen Masterplatz für jeden Bachelor bereit stellen. 

Wie bürgernah kann man mit den vielen Verpflichtungen als MdB noch sein?

Da ich noch nicht im Bundestag war, kenne ich die Verpflichtungen nicht. Ich will mich als Abgeordneter für die Interessen meines Wahlkreises einsetzen.

Welche Konsequenzen sollten aus der NSA-Abhöraffäre gezogen werden?

Diese Totalüberwachung halte ich für gefährlich und völlig überzogen. Bei begründetem Verdacht ist nach richterlicher Anordnung gegen eine Überwachung im Einzelfall sicher nichts einzuwenden. Eine Totalüberwachung, wie sie bei der NSA-Abhöraffäre deutlich wird, lehne ich ab. Als Konsequenz sollte die Zusammenarbeit der Geheimdienste und die Arbeit ausländischer Geheimdienste in Deutschland überdacht werden.   

In welchem Verhältnis stehen für Sie Sicherheit und Freiheit des Einzelnen?

Sicherheit und Freiheit sind in einer Demokratie gewissermaßen Gegenpole. Die Freiheit des Einzelnen darf nicht der Sicherheit geopfert werden. Es bleibt eine dauerhafte Aufgabe der Politik das richtige Verhältnis zu finden. Das bedeutet aber auch, dass ein gewisses Risiko zum Leben in Freiheit gehört. Im Zweifelsfall hat für mich die Freiheit und das Recht des Einzelnen Vorrang. 

Wie soll in Deutschland mittel- und langfristig mit nicht erneuerbaren Energiequellen umgegangen werden?

Ich bezweifle, dass der Weg zu Solar- und Windenergie langfristig richtig ist. Unser Wohlstand ist von zuverlässiger, billiger Energie abhängig. Welche Preise können und wollen die Industrie und die  Menschen dauerhaft akzeptieren? Den Preis zahlt am Ende immer der Endverbraucher, entweder als Kunde oder als Steuerzahler. Wenn energieintensive Betriebe wegen der Strompreise nicht mehr konkurrenzfähig sind, bleibt nur die Wahl sie zu subventionieren oder zu schließen. Ein Energiemix, den Ausbau des Leitungsnetzes und eine intensive Forschung halte ich für sinnvoll und notwendig. Die Wähler müssen am Ende über den Weg in der Energieversorgung entscheiden. 

Welche Rolle soll Deutschland in Europa spielen?

Deutschland ist das Land in Europa mit der größten Bevölkerung und der stärksten Wirtschaftskraft. Daraus und aus der geografischen Lage in der Mitte Europas ergeben sich von selbst einige Forderungen an die deutsche Politik. Deutschland muss eine Führungsrolle in Europa übernehmen, sollte aber nicht zum Zahlmeister verkommen. Der deutsche Steuerzahler kann nicht ganz Europa aushalten. Weder am deutschen Wesen, noch am deutschen Geld (Euro) soll die Welt (Europa) genesen. Vor allem muss die Bevölkerung an der Reise nach Europa emotional mitgenommen werden. Zur Zeit ist die deutsche Bevölkerung in Bezug auf Europa, d.h. die EU von jeglicher Mitbestimmung ausgenommen.

Ist das Internet in Deutschland noch Neuland?

Wenn man manchmal die Geschwindigkeit des Netzes erlebt, könnte man Frau Dr. Merkel schon glauben. Für die meisten Berufstätigen gehört das Internet zum Berufsalltag, für alle jungen Leute gehört es sowieso zum täglichen Leben. Wie wenig die NSA-Abhöraffäre die meisten Deutschen beunruhigt, ist aber schon erstaunlich.

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