Wahlen im Vier-Ebenen-System
Kommunalwahlen
entscheiden über:
- die Zusammensetzung der Gemeindevertretung bzw. des Kreistags, die Besetzung des Bürgermeisteramts, die lokale Verankerung von Spitzenpolitikern
- die lokale und zum Teil auch regionale Machtverteilung in den Parteien, kommunalpolitische Vorhaben (zum Beispiel Theater-, Musikhallenbau, Schulversorgung).
Landtagswahlen
entscheiden über:
- Regierung und Opposition im Land,
- landespolitische Entwicklungen (zum Beispiel Schulsysteme, Polizeistrukturen),
- die Zusammensetzung des Bundesrates, das heißt über die politische Rolle des Landes in der Bundesgesetzgebung,
- die politische Entwicklung der Landesparteien und zum Teil auch von Bundesparteien,
- die politische und persönliche Zukunft von Landespolitikern,
- die Zusammensetzung der Bundesversammlung.
Bundestagswahlen
entscheiden über:
- Regierung und Opposition im Bund,
- bundespolitische Vorhaben (zum Beispiel Einsatz der Bundeswehr außerhalb des NATO-Gebiets, Einkommens- und Lohnsteuersätze),
- die Entwicklung der Parteien auf Bundesebene,
- die politische und persönliche Zukunft von Spitzenpolitikern und Bundestagsabgeordneten,
- die Zusammensetzung der Bundesversammlung (und damit die Wahl des Bundespräsidenten)
- innerparteiliche Stärkeverhältnisse.
Wahlen zum Europäischen Parlament
entscheiden über:
- die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments,
- die Stärkeverhältnisse zwischen den Parteien,
- die Verankerung der europäischen Politik in der Gesellschaft,
- das politische und persönliche Schicksal von Abgeordneten.
Quelle: Woyke, Wichard (2009): Wahlen 2009. Europawahlen und Wahl zum Deutschen Bundestag. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de)